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INSIDER offiziell an Landrat Bernd Lange übergeben
30.08.2011

Görlitz Rund 350 Ausbildungsberufe gibt es deutschlandweit. 116 davon finden sich im ersten Ausbildungsatlas namens „Insider“ des Landkreises Görlitz wieder. „Wir haben im Landkreis bei der Ausbildung gute Potenziale, auf die wir aufmerksam machen wollen“, so Landrat Bernd Lange (CDU).

Projektleiterin Sabine Schaffer und Landrat Bernd Lange präsentieren gemeinsam den Ausbildungsatlas. Foto: Regina Weiß Foto: Regina Weiß

Vor vielen Jahren hat Landrat Bernd Lange darüber gesprochen, dass es Zeiten geben werde, in denen sich Betriebe verstärkt um das Thema Ausbildung kümmern müssten. Damals sei er ausgelacht worden, erinnert sich Lange. Nun sei diese Zeit gekommen. Die Schulabgangszahlen haben sich erheblich reduziert, erste Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. „Wir müssen die Kinder unserer Region auf unsere Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam machen. Potenziale haben wir, denn wir haben Betriebe, die deutschlandweit einzigartige Produkte herstellen“, erklärt Lange.

Eine neue Möglichkeit, genau das zu tun, ist der Ausbildungsatlas „Insider“, der am Montag bei einem Pressegespräch im Möbelhaus Porta in Görlitz vorgestellt wurde. Zu den 103 Ausbildungsbetrieben, die sich vorstellen, gehört auch Porta. „In dem Buch gibt es Informationen der besonderen Art. Wichtig ist vor allem, dass die Auszubildenden ihre eigenen Erfahrungen schildern können“, so Porta-Hausleiterin Isolde Mudra. Seit 2002 bildet das Unternehmen am Standort Görlitz aus. Bis dato sind das 23 Azubis. „Mit einer Übernahmequote von 90 Prozent“, so Isolde Mudra.

„Wir sind ganz stolz, den Atlas heute vorstellen zu können. Er ist ein Mutmachbuch für die Jugendlichen der Region“, erklärt Projektleiterin Sabine Schaffer. Sie gehört zum Team „Zukunft Görlitz - Regionales Übergangsmanagement“, das es seit November 2010 im Kreis gibt. Die Projektgruppe ist angetreten, um die Übergänge von der Schule in die Berufsausbildung zu verbessern. Der Atlas soll auf diesem Weg ein Baustein sein.

Die Idee dazu wurde 2010 geboren, erzählt Sabine Schaffer. Im Jahr 2011 begann die Tour durch die Firmen. 350 Firmen des Kreises wurden angeschrieben. 103 Ausbildungsbetriebe finden sich nun im 580 Gramm schweren und 128 Seiten starken Buch wieder. „Nord wie Süd des Kreises sind vertreten, ebenso ein guter Querschnitt der Berufe“, so Sabine Schaffer.

Der Titel „Insider (Eingeweihter) ist Programm. Es sei gelungen, schöne Geschichten bei den Azubis rauszukitzeln. Und diese geben ehrliche Tipps, heißt es. „Es macht Mut, in der Region zu bleiben. Zeigt, dass es sich lohnt zu bleiben, dass es nach der Ausbildung Chancen gibt, übernommen zu werden“, erklärt Sabine Schaffer. Sie ist froh, dass es gelungen sei, auch das Berufsfeld Landwirtschaft unterzubringen. „Dort spielt der Schulabschluss nicht die Hauptrolle, sondern die Motivation. Auch Förderschüler haben in dem Berufsfeld eine Chance“, gibt Sabine Schaffer die Info aus der Landwirtschaft weiter. Ebenso zu finden ist eine Geschichte über eine Firma, die auch Niederlassungen im Ausland hat und vieles andere mehr.

Der Katalog in einer Auflage von 6.000 Stück erschienen, wird nun an alle Mittel- und Förderschulen sowie Gymnasien im Landkreis verteilt. Jeder Schüler eine Abgangsklasse wird ihn erhalten, in den neunten Klassen wird er vorliegen. „Wir haben ihn bereits vor Lehrern vorgestellt, die waren begeistert und warten nun darauf“, so Sabine Schaffer.

Auch 2012 soll es einen Atlas geben. Dabei hofft man auf noch mehr Mitwirkung aus den Firmen. Geplant ist, da man in Kontakt mit Schulen wie Firmen gleichermaßen ist, auch das Premierenexemplar auszuwerten. „Ich denke, wir werden von den Firmen den Rücklauf bekommen, ob es ihnen was gebracht hat.“

Für den Atlas 2012 sieht Landrat Bernd Lange schon eine Verbesserungsmöglichkeit. „Vielleicht lässt sich Daten-Stick oder CD in den Atlas integrieren, denn die Stärke des Buches schreckt vielleicht einige ab, darin zu blättern.“

Quelle: http://www.lr-online.de/regionen/weisswasser/Ein-580-Gramm-schweres-Mutmachbuch;art13826,3475133

Erster Ausbildungsatlas für den Kreis Görlitz

Von Tilo Berger

Martin Berger ist Drucker bei der MAXROI Graphics GmbH in Görlitz. Er hat mit seinen Kollegen den neuen Atlas für Schulabgänger gedruckt, damit die Jobs in der Region finden und unbekannte Firmen kennen lernen können. Foto: André Schulze

Etwa 1600 Mädchen und Jungen aus dem Landkreis Görlitz bekommen in den nächsten Tagen kostenlos einen Insider zur Seite. Also einen, der sich auskennt und weiterhelfen kann. „Insider“ heißt der erste Ausbildungsatlas für Schulabgänger. Alle Mädchen und Jungen, die im kommenden Jahr ihre Schulzeit beenden, finden in der 580 Gramm schweren, reich bebilderten Broschüre mehr als 100 Gründe zum Bleiben in der Region. Genau gesagt: Informationen über 103 Unternehmen, die im Landkreis Görlitz Lehrlinge in insgesamt 116 Berufen ausbilden.

Herausgegeben wurde der Ausbildungsatlas vom Regionalen Übergangsmanagement des Landkreises. Das Übergangsmanagement soll, wie der Name schon sagt, als zentrale Schaltstelle beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung helfen. Projektleiterin Sabine Schaffer erklärt, wie „Insider“ zustande kam: „Im April und Mai dieses Jahres haben wir mehr als 350 Unternehmen aus dem Landkreis angesprochen und ihnen angeboten, sich im Ausbildungsatlas vorzustellen. 103 wollen diese Möglichkeit nutzen, um junge Leute für eine Lehre in ihrer Firma zu interessieren.“ In den vergangenen vier Monaten entstanden die Texte. Darin stellen sich nicht nur die Unternehmen vor, auch Lehrlinge kommen zu Wort. Sie beschreiben ihre Ausbildung und geben Tipps, was junge Leute bei der Berufswahl beachten sollten.

Für Landrat Bernd Lange (CDU) ist der Ausbildungsatlas ein Mutmacher. „Er macht den jungen Leuten Mut, in der Region zu bleiben. Denn wir haben hier viele interessante Unternehmen, deren Produkte oft in der ganzen Welt gefragt sind. Und wir haben im Landkreis künftig die Möglichkeit, alle Jugendlichen hier auszubilden - wenn sie nicht gerade Astronaut werden wollen.“ Auf einer ganzen Atlas-Seite nennen die Autoren Internetseiten, die sich mit dem Thema Wunschberuf und Berufsausbildung befassen - von www.azubi.net bis www.zeit-zum-bewerben.de. Außerdem werden die vier Berufsschulzentren im Landkreis und die Hochschule Zittau/Görlitz näher vorgestellt.

Gedruckt wurden 6.000 Exemplare. Einige erhalten 9. und 11. Klassen zur Einsicht, ehe auch sie im nächsten Jahr ihren eigenen Ausbildungsatlas bekommen. Künftig soll der Atlas jährlich herausgeben werden. Kosten: 18.000 Euro. In diesem Jahr nahmen die Herausgeber Fördergelder der Bundesregierung und der EU in Anspruch, ab 2012 soll sich der Atlas selbst finanzieren.

Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2849627