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Schüler für's Hierbleiben begeistern
08.05.2012

Pressekonferenz mit Landrat Bernd Lange zur Auswertung der Bestandsaufnahme von RÜM zum Übergang Schule - Beruf

Das Regionale Übergangsmanagement (RÜM) des Landkreises Görlitz kann nach anderthalbjähriger Tätigkeit zum Übergang Schule - Beruf handfeste Ergebnisse vorweisen. Inzwischen liegt ein fundierter Überblick über die Berufsorientierung im Landkreis aus drei Perspektiven zu vor: aus Sicht der Schüler, der Unternehmen und der Schulleiter. Anhand der Befragungsergebnisse wurden Defizite aufgedeckt, Beispiele guter Praxis beschrieben und Handlungsempfehlungen formuliert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Arbeit am Übergang Schule - Beruf. Zur Veröffentlichung der Ergebnisse fand am 7. Mai 2012 ein Pressegespräch mit Landrat Bernd Lange statt, bei dem die Ergebnisse der Fachöffentlichkeit präsentiert wurden.

Projektleiterin Sabine Schaffer: „Auf der einen Seite können wir feststellen, dass es im Landkreis Görlitz engagierte Akteure und innovative Projekte am Übergang Schule - Beruf gibt, die andernorts nicht zu finden sind. Andererseits klagen Unternehmer über zurückgehende Bewerbungszahlen und nicht besetzte Ausbildungsstellen. Deshalb müssen neue Wege beschritten werden.“

Das Regionale Übergangsmanagement als zentrale Koordinierungsstelle für Berufsorientierung im Landkreis hat im Rahmen einer umfangreichen Bestandsaufnahme ermittelt, wo der Landkreis beim Übergang Schule - Beruf  steht, was gut läuft und wo der Schuh drückt. Die Zielstellung der Bestandsaufnahme lag darin, einen fundierten Überblick über die Berufsorientierung im Landkreis aus drei Perspektiven zu erhalten: aus Sicht der Schüler, der Unternehmen und der Schulleiter. Anhand der Befragungsergebnisse wurden Defizite aufgedeckt, Beispiele guter Praxis beschrieben und Handlungsempfehlungen formuliert. Die Ergebnisse werden in Broschürenform veröffentlicht und sind eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit am Übergang Schule - Beruf.

Sabine Schaffer, Projektleiterin des Regionalen Übergangsmanagement, mit einem ersten Fazit: „Wir können feststellen, dass es im Landkreis Görlitz innovative Lösungen und Projekte am Übergang Schule - Beruf gibt. Dazu gehören der Praxistag in der Wirtschaft, die Zukunftskonferenz und der Ausbildungsatlas INSIDER. All diese Lösungen sind pragmatisch aufgebaut, bringen Schüler und Unternehmen zusammen, machen bekannt, was es in unserem Landkreis für großartige Unternehmen und damit auch Karrieremöglichkeiten gibt. Aber auch Defizite und Probleme konnten aufgedeckt werden“ Interessant ist zum Beispiel, dass 75 Prozent der über 1.500 befragten Schüler im Landkreis Görlitz bleiben wollen, um hier beruflich durchzustarten. Allerdings nicht, weil es hier gute berufliche Perspektiven gibt, sondern, weil man Freunde und Familie nicht verlassen will. Deshalb müssen wir den Jugendlichen verstärkt Perspektiven in der Heimat aufzeigen und Lust aufs Hierbleiben machen. Dass Jugendliche die Ausbildungsmöglichkeiten nicht kennen, zeigt auch die Top 10 der Wunschberufe. An erster Stelle stehen Berufe, für die kaum reale Ausbildungsplätze im Landkreis zur Verfügung stehen. Mädchen möchten am liebsten etwas mit Tieren oder Kindern lernen, Jungs würden gern eine Beamtenlaufbahn einschlagen. „Die Akteure am Übergang Schule - Beruf müssen im Sinne einer perspektivischen Fachkräftesicherung Anstrengungen und Kräfte dahingehend bündeln, dass der Bekanntheitsgrad der ausbildenden Unternehmen unter den Schülern wächst. Während in der Vergangenheit viele Bewerber auf wenige Ausbildungsplätze trafen, hat sich dieses Verhältnis komplett gedreht. Die Schülerzahlen sind seit 2000 um die Hälfte gesunken und der Wettlauf um den besten Azubi gewinnt der Unternehmer, der am lautesten die Werbetrommel rührt“, so Sabine Schaffer. Ein stärkeres Berufemarketing, aber auch eine sehr praktisch ausgerichtete Berufsorientierung ab Klasse 7, wie auch eine noch stärkere Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft sind notwendig, um den Jugendlichen die Möglichkeiten vor Ort aufzuzeigen. „Wir brauchen jeden Jugendlichen hier im Landkreis, um den zukünftigen Fachkräftebedarf unserer Unternehmen zu decken und wollen deshalb auf allen Seiten Ressourcen bündeln“, so Landrat Bernd Lange. Deshalb plant der Landkreis Görlitz im März 2013 zusammen mit IHK, HWK und Arbeitsagentur eine zentrale und sehr praktisch ausgerichtete Berufsorientierungsmesse „INSIDERtreff - Deine Ausbildung in der Region“ in Löbau, die den IHK-Ausbildungstag und die Zukunftskonferenz zusammenbringt. Mit dieser Messe möchten die Partner alle Schüler ab Klassenstufe 7 und vor allem auch die Eltern erreichen.

Die ausführliche Auswertung der Bestandsaufnahmen finden Sie hier.