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MACHEN KLEIDER LEUTE?
07.09.2015

Du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch? Super! Hast du den Termin auch schon bestätigt? Das ist ganz wichtig.

Damit bist du deinem Ziel, deinen Ausbildungsplatz zu bekommen, schon ein ganzes Stück näher gekommen. Sozusagen hast du bereits einen Fuß in der Tür deines Wunschunternehmens! Bis hierhin hast du alles richtig mit deiner Bewerbung gemacht. Nun ist es wichtig, auch den nächsten Schritt – dein Vorstellungsgespräch – gut vorzubereiten.
Dein Ziel ist, einen guten Eindruck im Vorstellungsgespräch zu hinterlassen und überzeugend zu wirken. Stimmt’s? Gut.

Kennst du die Macht des ersten Eindrucks? Zu Urzeiten mussten die Menschen blitzschnell entscheiden, ob ihr Gegenüber Freund oder Feind war. Auch heute noch entscheiden wir innerhalb kürzester Zeit, ob uns ein Mensch sympathisch ist oder nicht.
Und wenn du zu einem Vorstellungsgespräch gehst, ist dein Gesprächspartner ein Personalmanager oder teilweise sogar der Chef des Unternehmens. Sie tragen eine hohe Verantwortung. Treffen sie eine falsche Personalentscheidung, so ist das schlecht für ihre Firma. Also stellen sie natürlich nur jemanden ein, der auf Anhieb einen überzeugenden Eindruck hinterlässt.
Ich höre immer wieder: Ein Vorstellungsgespräch ist keine Prüfung. Das sehe ich anders. Es ist schon eine Art Prüfung. Wir werden geprüft, ob wir zum Unternehmen passen. Sicher ist in unserer Zeit alles etwas lockerer geworden. Da triffst du im Vorstellungsgespräch im Großen und Ganzen auf sehr nette Menschen. Doch einige Sachen ändern sich nicht. Gute Umgangsformen, ein gepflegtes Erscheinungsbild und eine positive Ausstrahlung gehören dazu. Damit zeigen wir auch, dass uns dieses Gespräch wichtig ist und unserem Gesprächspartner Wertschätzung.

ZEIGEN, WER WIR WIRKLICH SIND - DIE RICHTIGE KLEIDUNG

Unsere Kleidung ist nicht nur schützende Hülle. Von jeher wurde damit auch Stand und Status repräsentiert. Kleidung sagt also immer etwas über uns aus. Überprüfe selbst mal: Was denkst du über einen Menschen in perfekter Businesskleidung? Und was über jemanden in alten, abgerissenen Sachen? Oder in Uniform? Wir machen uns ein Bild. Zuallererst bewerten wir Menschen nach ihrem Äußeren. Wie wir auf andere wirken möchten, bestimmen wir selbst. Also: Wie willst du wirken?

Was ist nun das richtige Outfit? Vor allem: Du darfst dich nicht verkleidet fühlen. Sei mit deiner Kleidung du selbst und damit authentisch. Erinnere dich, wann hast du dich das letzte Mal richtig schick gemacht? Wie hast du dich gefühlt? Gut und sicher? So soll es auch bei deinem Vorstellungsgespräch sein.
Ich weiß noch, wie meine große Tochter mit ihrem schicken Bewerbungsoutfit vor dem Spiegel stand und sich kritisch begutachtete. Nach einer Weile meinte sie: „Ich fühle mich gleich viel selbstbewusster. Direkt ein bisschen wichtig.“

Du gehst zu einem offiziellen Gesprächstermin (mit wichtigen Leuten aus dem Unternehmen). Also besser zu gut gekleidet als zu salopp. Dem Beruf entsprechend. Bleibe trotzdem jugendlich in deiner Ausstrahlung und auf keinen Fall altbacken. Orientiere dich daran, wie andere Menschen in diesem Beruf gekleidet sind. Es wurde nämlich herausgefunden, dass wir Menschen schneller sympathisch finden, wenn sie ähnlich wie wir gekleidet sind. Wird also Businesskleidung getragen, so ist dies auch für dich Pflicht. Trägt man in deinem zukünftigen Beruf Arbeitskleidung, dann wirkt ein Businessoutfit meist übertrieben fein. Mit Bluse oder Hemd kombiniert mit einer guten Hose (Da darf es sogar eine gepflegte dunkle Jeans sein.) oder Rock (bitte mindestens knielang) macht man dort nichts verkehrt.

Vermeide ein Zuviel: zu viel Schmuck, zu viel Parfüm, zu viel Make-up, zu viel gemusterte Stoffe (lieber einfarbig), zu viel nackte Haut. Das alles lenkt deinen Gesprächspartner ab. Es soll doch ganz allein um deine Person gehen, oder?
Und übrigens:
Gepflegte Haare, Hände und Fingernägel, eine saubere Brille und geputzte geschlossene Schuhe gehören auch zu einem guten Outfit.
Im Zweifelsfall lass dein Bauchgefühl entscheiden. Stell dich mit deinem Outfit vor den Spiegel und schaue dich freundlich an. Fühlst du dich wohl, schick und gleich ein Stück selbstbewusster? Dann ist es richtig, denn nur, wenn du dich selbst gut fühlst, kannst du überzeugend auf andere wirken.

Hast du keine passenden Sachen für dein Vorstellungsgespräch? Und der Geldbeutel ist auch gerade leer? Vielleicht kannst du dir etwas von deinen Freunden oder jemanden aus deiner Familie ausleihen. Funktioniert auch das nicht, suche dir aus deinen Sachen das Beste aus, was du hast. Dann alles noch einmal durch die Wäsche und ordentlich aufgebügelt, dann bist du auch angezogen. Niemand aus den Unternehmen verlangt, dass du teure Designerkleidung trägst. Nichts kann dich davon abhalten, zu deinem Vorstellungstermin zu gehen, ok?
Wie sieht es mit Piercings und Tattoos aus? Das wird in den Unternehmen unterschiedlich gehandhabt und ist von Beruf zu Beruf sehr unterschiedlich. Teilweise wird es sogar schon toleriert. Falls du sichtbare Tattoos und Piercings trägst und sie auf keinen Fall verdecken oder rausnehmen möchtest, frage am besten vor einer Bewerbung in der betreffenden Firma nach, ob dies in dem von dir gewünschten Beruf respektiert wird.

EIN GUTES STYLING IST NICHT ALLES

Nun steht das Vorstellungsgespräch vor der Tür. Informiere dich vorab über das Unternehmen, über den Beruf und überlege dir noch einmal, warum du diesen Beruf erlernen möchtest. Welche Schwächen und Stärken hast du? Fragen rund um diese Themen werden bestimmt an dich gestellt. Schreibe dir auch ein paar Punkte auf, die du fragen kannst, z.B. wie der Ablauf der Ausbildung oder wo die Berufsschule ist. Damit zeigst du dein Interesse. Nur, wenn du begeistert im Gespräch bist, wirst du glaubhaft wirken! Lies dir am Abend vorher noch einmal deine Bewerbung durch und bring sie auch zum Termin mit. Erscheine unbedingt pünktlich und schalte dein Handy vor dem Gespräch aus.

HÖFLICHE UMGANGSFORMEN SIND IN!

Und dann geht es los. Vor der Tür des Unternehmens atme noch einmal tief durch. Straff dich. Du schaffst das!
Begrüße deinen Gesprächspartner freundlich lächelnd mit einem kurzen festen Händedruck. Bitte nicht so zaghaft, das macht einen laschen Eindruck. Halte Blickkontakt und schaue deinem Gegenüber auch während des Gesprächs interessiert in die Augen. Rede deutlich in ganzen Sätzen und bleibe ruhig auch bei eventuell unangenehmen Fragen. Am Ende bedanke dich für das Gespräch und frage, wann man dir eine Rückmeldung gibt.
Wenn sich nach 14 Tagen noch niemand aus dem Unternehmen gemeldet hat, frage freundlich nach. Auch dies zeigt dein Interesse an der Ausbildung und an dem Betrieb.
Und manchmal hat man alles richtig gemacht und trotzdem kommt die Absage. Das kann passieren. Dann war es eben nicht DEINE Ausbildung. Suche nach anderen freien Ausbildungsberufen, frage deine Eltern und Berufsberater. Bleibe auf jeden Fall dran.

FÜR ALLE NOCH EIN WICHTIGER TIPP:

Denkt darüber nach, wenn ihr während der Bewerbungsphase in sozialen Netzwerken unterwegs seid, was ihr postet und veröffentlicht.

Zusammenfassend kann man sagen: Ein gepflegtes Äußeres und gute Umgangsformen sind bei einem Vorstellungsgespräch ein Muss. Und zusammen mit einer freundlichen Ausstrahlung wirst du nicht übersehen. Ein Lächeln wirkt sympathisch und hat schon so manche Herzen gewonnen.


Berit Hornke arbeitet beim Lausitz Matrix e.V. als Ausbildungsberaterin im JOBSTARTER-Projekt Talenteschmiede plus. 2014 qualifizierte sie sich zur Farb-, Stil- und Imageberaterin und steht euch für weitere Fragen rund um den Bewerbungsprozess und das passende Outfit im Vorstellungsgespräch gern zur Verfügung.
Berit Hornke | T: 03581 309427 | hornke@lausitz-matrix.de